August am Bienenstand: Varroa kontrollieren, auffüttern und Winterbienen vorbereiten

Der August ist für viele Imkerinnen und Imker ein entscheidender Übergangsmonat: Die Honigernte ist weitgehend abgeschlossen, gleichzeitig werden im Volk bereits die langlebigen Winterbienen vorbereitet. Was jetzt kontrolliert und rechtzeitig erledigt wird, erleichtert die Einwinterung und schafft bessere Voraussetzungen für einen guten Start im Frühjahr.

1. Nach der Ernte: das Volk neu beurteilen

Nach dem Ende der Tracht lohnt sich eine ruhige, gezielte Volkskontrolle. Im Mittelpunkt stehen die Volksstärke, das Brutbild, die Futtervorräte und der verfügbare Raum. Ein zu großer, schlecht besetzter Raum kann die Temperaturregulierung erschweren; ein zu knapp bemessener Raum kann die Entwicklung des Volkes begrenzen.

Kontrollieren Sie außerdem, ob Brut und Futter sinnvoll verteilt sind und ob Anzeichen für Räuberei, Wabenmotten oder andere Auffälligkeiten vorhanden sind. Öffnen Sie die Völker nur so lange wie nötig und arbeiten Sie möglichst ruhig.

2. Varroa nicht nach Kalender, sondern nach Befund beurteilen

Der Varroadruck kann nach der Sommersonnenwende deutlich zunehmen. Deshalb sollte die Belastung nicht nur nach einem festen Datum, sondern anhand einer geeigneten Kontrolle und der örtlichen Situation beurteilt werden. Möglich sind je nach Betriebsweise beispielsweise Gemülldiagnose, Puderzuckermethode oder Auswaschprobe.

Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau beschreibt die Befallskontrolle und die Sommerbehandlung als zentrale Bestandteile der Spätsommerpflege. Die konkrete Behandlung muss immer zur zugelassenen Methode, zum Standort, zur Witterung und zum Zustand des Volkes passen.

Wichtig: Verwenden Sie ausschließlich in Deutschland zugelassene Tierarzneimittel und halten Sie die Angaben der Packungsbeilage sowie die Hinweise der zuständigen Veterinärbehörde ein. Dosierungen und Behandlungszeiträume gehören nicht pauschal in eine allgemeine Checkliste.

3. Winterbienen brauchen Zeit und Futter

Im August und September werden die Bienen gebildet, die das Volk durch den Winter tragen. Dafür braucht das Volk ausreichend Futter und eine funktionierende Eiweißversorgung. Nach der letzten Honigernte sollte deshalb geprüft werden, ob die vorhandenen Vorräte zur Volksstärke und zur weiteren Entwicklung passen.

Eine Auffütterung sollte planvoll erfolgen. Kleine, kontrollierte Gaben können den Futterstrom gleichmäßiger halten und das Risiko von Räuberei reduzieren. Verwenden Sie saubere, bienengerechte Fütterer und kontrollieren Sie nach jeder Gabe, ob das Futter angenommen wird. Die benötigte Menge hängt unter anderem von Beutensystem, Volksstärke, Standort, Spättracht und dem bereits vorhandenen Vorrat ab.

Praktische Fütterer finden Sie in unserer Kategorie Fütterer.

4. Waben, Raum und Betriebsmittel ordnen

  • Überzählige oder schlecht besetzte Räume entfernen.
  • Beschädigte, stark verschmutzte oder unklare Waben aussortieren.
  • Waben und Zargen trocken, bienendicht und geschützt lagern.
  • Beuten, Böden, Deckel und Fütterer auf Beschädigungen prüfen.
  • Werkzeuge und Ersatzteile vor dem Herbst bereitlegen.

Gerade bei wechselhaftem Wetter zahlt sich eine übersichtliche Vorbereitung aus. Wer jetzt fehlende Teile feststellt, kann sie rechtzeitig beschaffen und muss später weniger in die Völker eingreifen.

5. Räuberei und Reinvasion vermeiden

Im Spätsommer können starke Völker schwächere Völker ausrauben. Arbeiten Sie deshalb sauber, lassen Sie kein Futter offen stehen und halten Sie Fluglöcher bei schwachen Völkern angemessen klein. Auch die Varroakontrolle sollte nicht nur ein einzelnes Volk berücksichtigen: Milben können sich durch Verflug und Räuberei im Bestand weiterverbreiten.

August-Checkliste für den Bienenstand

  1. Honigräume und Erntearbeiten abschließen.
  2. Volksstärke, Brutbild und Futtervorrat kontrollieren.
  3. Varroabelastung mit einer passenden Methode prüfen.
  4. Zugelassene Behandlung nach Anleitung und regionaler Empfehlung planen.
  5. Auffütterung beginnen oder fortsetzen und die Annahme kontrollieren.
  6. Räuberei, offene Futterquellen und unnötige Unruhe vermeiden.
  7. Waben, Beuten und Fütterer für den Herbst vorbereiten.

Fazit

Im August entscheidet sich nicht alles an einem einzigen Arbeitstag. Erfolgreich ist vor allem eine regelmäßige, dokumentierte Kontrolle: Wie stark ist das Volk? Wie hoch ist der Varroadruck? Wie viel Futter ist vorhanden? Und welche Maßnahmen sind für diesen konkreten Standort zugelassen und sinnvoll? Wer diese Fragen rechtzeitig beantwortet, gibt seinen Völkern eine gute Grundlage für die Bildung gesunder Winterbienen.

Quellen und weiterführende Hinweise

Die Informationen dieses Beitrags wurden eigenständig formuliert und nicht aus fremden Texten übernommen. Für die fachliche Orientierung wurden folgende öffentlich zugängliche Stellen verwendet:

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Beratung durch die zuständige Veterinärbehörde, eine Imkerberatung oder eine tierärztliche Fachperson. Maßgeblich sind immer die aktuellen Zulassungen, Packungsbeilagen und regionalen Vorgaben.

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