Im August beginnt das nächste Bienenjahr: Varroa, Futter und Wintervorbereitung

Stand: 13. August 2026

Im August beginnt für viele Imkereien bereits das nächste Bienenjahr. Die Honigernte geht zu Ende, die Volksstärke nimmt langsam ab und gleichzeitig werden die Bienen für die Überwinterung vorbereitet. Wer jetzt sorgfältig arbeitet, schafft die Grundlage für starke und gesunde Völker im kommenden Frühjahr.

1. Nach der letzten Ernte zuerst den Zustand des Volkes prüfen

Vor jeder Fütterung und Behandlung sollte das Volk ruhig und systematisch beurteilt werden:

  • Ist eine leistungsfähige Königin vorhanden?
  • Gibt es ein zusammenhängendes, gesundes Brutnest?
  • Passt die Volksstärke zum vorhandenen Raum?
  • Sind ausreichend Futterwaben vorhanden?
  • Gibt es Anzeichen für Räuberei, Krankheiten oder starke Unruhe?

Ein schwaches oder weiselloses Volk wird nicht durch mehr Futter automatisch zu einem guten Wintervolk. Solche Völker müssen rechtzeitig fachgerecht beurteilt und gegebenenfalls vereinigt werden.

2. Varroa jetzt konsequent kontrollieren

Die Varroamilbe gehört zu den wichtigsten Risiken der Spätsommerpflege. Eine Behandlung sollte nicht nach Gefühl, sondern auf Grundlage einer Befallskontrolle und eines regional passenden Behandlungskonzepts erfolgen.

Bei der Anwendung von Tierarzneimitteln gelten die aktuellen deutschen und europäischen Vorschriften. Zugelassene Mittel sind genau nach der jeweiligen Fachinformation anzuwenden; abweichende Anwendungen gehören in tierärztliche Hände. Dosierung, Konzentration, Anwendungsdauer und Wartezeiten dürfen nicht aus historischen Lehrbüchern übernommen werden.

Nach einer Behandlung ist eine erneute Kontrolle sinnvoll. Ein sichtbarer Behandlungserfolg ersetzt keine weitere Beobachtung des Volkes.

3. Winterfutter rechtzeitig einlagern

Nach dem Ende der Tracht wird die Futterversorgung zur zentralen Aufgabe. Die benötigte Menge hängt unter anderem von Beutensystem, Volksstärke, Standort, Klima und Futterverbrauch ab. Deshalb sollte nicht mit einer starren Zahl für jedes Volk gearbeitet werden.

Das Futter wird in kontrollierten Gaben gegeben. Dabei ist Räuberei zu vermeiden: sauber arbeiten, keine Futterreste offen stehen lassen und die Fluglochgröße an die Volksstärke anpassen. Ziel ist, dass die Einfütterung im Frühherbst abgeschlossen ist und die Bienen nicht unnötig spät gestört werden.

4. Den Raum an die Volksstärke anpassen

Ein Volk sollte im Spätsommer nicht mehr Raum verteidigen müssen, als es tatsächlich besetzen kann. Überzählige Honigräume und unpassende Waben werden entfernt. Gleichzeitig braucht das Volk genügend Platz für Brut, Wintertraube und Futter.

Sehr schwache Einheiten sollten nicht einfach sich selbst überlassen werden. Je nach Ursache und Gesundheitsstatus kann eine Vereinigung mit einem passenden Volk sinnvoller sein als eine riskante Überwinterung.

5. Wabenhygiene und Material vorbereiten

Alte, sehr dunkle oder beschädigte Waben werden aus dem Wirtschaftskreislauf genommen. Der Spätsommer und Herbst sind außerdem eine gute Zeit, um Rähmchen, Böden, Deckel und Fütterer zu reinigen und beschädigtes Material auszusortieren.

6. Was später im Herbst wichtig wird

Wenn die Flugaktivität deutlich zurückgeht, wird der Bienenstand gegen Mäuse und Witterung gesichert. Das Flugloch muss frei bleiben, gleichzeitig dürfen keine größeren Tiere in die Beute gelangen. Der Standort sollte trocken, standsicher und vor starkem Wind geschützt sein.

Eine einfache August-Checkliste

  1. Letzte Honigräume kontrollieren und entnehmen.
  2. Königin, Brutbild und Volksstärke beurteilen.
  3. Varroabefall messen und Behandlung nach aktuellem deutschem Konzept planen.
  4. Mit der Auffütterung beginnen und den Verbrauch kontrollieren.
  5. Raum und Flugloch an die Volksstärke anpassen.
  6. Schwache oder problematische Einheiten fachgerecht beurteilen.
  7. Alte Waben und beschädigtes Material aussortieren.
  8. Die nächste Kontrolle im Kalender fest einplanen.

Was aus der klassischen Fachliteratur weiterhin wertvoll ist

Historische Lehrbücher wie A. N. Brjuchanenkos „Pčelovodstvo“ von 1924 stehen für einen bis heute wichtigen Grundgedanken: Der Imker sollte nicht einzelne Handgriffe isoliert betrachten, sondern das ganze Bienenvolk beobachten. Volksstärke, Brut, Futter, Raum, Witterung und Gesundheitszustand gehören zusammen.

Historische Empfehlungen müssen jedoch an heutige Beutensysteme, regionale Bedingungen, moderne Varroakonzepte und das deutsche Tierarzneimittelrecht angepasst werden. Altes Fachwissen ist eine wertvolle Perspektive, ersetzt aber keine aktuelle Fachinformation.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Beratung durch das zuständige Veterinäramt, einen Bienenfachberater, ein Bieneninstitut oder eine Tierärztin beziehungsweise einen Tierarzt. Bei der Anwendung von Tierarzneimitteln sind ausschließlich die aktuellen gesetzlichen Vorgaben, Zulassungen und Produktinformationen maßgeblich.

Quellen und weiterführende Informationen

Redaktioneller Hinweis: Dieser Beitrag wurde von der Nektar24-Redaktion eigenständig formuliert. Aus den verlinkten Publikationen wurden keine Textpassagen oder Abbildungen übernommen. Die Links führen zu frei zugänglichen Informationsangeboten der jeweiligen Herausgeber.

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